Österreicher im Krieg - im Bann des IS

Der Krieg im Nahen Osten/Syrien ist bereits im 5. Jahr. Unzählige Menschen haben ihr Leben verloren, tausende ihre Heimat. Um das Thema ist es in den Nachrichten ruhiger geworden, aber die Gewalt geht fast ungebrochen weiter und das Leid der Menschen ist unbeschreiblich.
ATV die Reportage begibt sich als erstes Kamerateam direkt in die umkämpfte Zone im Norden Syriens – spricht mit Betroffenen, ehemaligen ISIS-Anhängern, Opfern und erforscht Motive junger Österreicher sich den Kämpfern des ISIS anzuschließen, bis hin zur Frage: Was passiert mit Rückkehrern?

Mohamed M. ist mittlerweile ein Anführer im Islamischen Staat. Zu Beginn seiner radikal islamischen Karriere hielt er noch für die Liesstiftung Vorträge. Bilder, die ihn mit dem ehemaligen deutschen Rapper Deso Dog beim Süßigkeiten-Verteilen zeigen, sollen ein friedliches Leben im Gottesstaat vortäuschen. Eine ganz grundverschiedene Seite zeigt sich auf anderen Bildern: Mohamed M. posiert mit einem Lächeln vor geschändeten Leichen.
Immer mehr österreichische Jugendliche zieht es in den Krieg. „ Das Team von „ATV-Die Reportage“ begibt als sich als erstes westliches Fernsehteam 2015 in die syrische Kriegsregion – für viele Austrodschihadisten die letzte Station auf ihrem Weg in den Islamischen Staat.
Nur noch wenige Kilometer von der Front entfernt treffen wir Mary Kreutzer in einem Flüchtlingscamp. Die Mitbegründerin einer österreichischen Hilfsorganisation ist die erste westliche Helferin vor Ort. Die Flüchtlingsströme haben längst die Millionengrenze gesprengt. Am schlimmsten trifft der Krieg, wie immer, die Kinder. Unglaublich, welche Verhältnisse in dem Flüchtlingslager herrschen. Was die zigtausend Flüchtlinge hier durchmachen müssen, hat der sogenannte Islamische Staat zu verantworten. Ohne den Zulauf von europäischen und österreichischen Terroristen wäre die Terrororganisation schon viel früher an ihre Grenzen gestoßen.
Von den österreichischen Behörden, allen voran dem Verfassungsschutz, wird die Bedrohung durch Terroristen mehr als ernst genommen. Niemand geht davon aus, dass sich das Problem von selbst erledigt und Charlie Hebdo in Paris zeigt, dass der Islamische Staat auch in Europa zuschlagen kann. Österreicher nehmen in einer terroristischen Organisation an einem Krieg teil und damit ist der Terror hierzulande schon längst angekommen.
Durch die kurdischen Verbände weiß nun die Welt, dass die Terroristen aufzuhalten sind, tausende kurdische Kämpferinnen und Kämpfer mussten dafür ihr Leben lassen. Und sie starben auch für die Freiheit in Österreich, denn für die radikalen Islamisten existieren keine Staatsgrenzen. Dies wurde zur schrecklichen Gewissheit beim Pariser Anschlag auf Charlie Hebdo. Der Krieg in Syrien und Irak ist mittlerweile in Europa angekommen.

Über 200 österreichische Kämpfer stehen in den Reihen der Terroristen und das hat nicht nur Auswirkungen auf den Krieg im Nahen Osten, sondern auch hierzulande verschärft sich dadurch Sicherheitslage.