Mein Führerschein mit Mama und Papa (Teil 2)

Den Zündschlüssel umdrehen und einfach mal wegfahren. Egal ob zu Freunden, zum Shoppen oder in den Urlaub – ohne Auto und Führerschein sind Jugendliche für solche Aktionen meist auf die Eltern angewiesen. Dem Freiheitsdrang entgegen kommt eine Regelung, die Jugendlichen bereits mit 17 Jahren die Vorgezogene Lenkberechtigung für die Führerscheinklasse B ermöglicht.

Raphael hat es besonders schwer. Sein Vater ist selbst ausgebildeter Fahrlehrer und hat hohe Erwartungen an seinen Sohn. Mit selbst konstruierten Fahrmanövern stellt er Raphael immer wieder vor neuen Situationen. So lässt er ihn beispielsweise in einem kurvigen Waldweg einige Kilometer Rückwärtsfahren oder hat im Auto eine Kamera installiert, die jede Bewegung seines Sohnes aufzeichnet. Am Abend wird dann gemeinsam Fern geschaut auch da hat der Vater sein eigenes Programm, denn die gemeinsame Autofahrt wird genauestens besprochen. Raphael findet die Ideen seines Vaters nur mäßig nützlich, es kommt zu Streitigkeiten. Ob er überhaupt zur Führerscheinprüfung antreten wird?
Anders geht es Fahranfängerin Julia. Ihr Vater ist ein sehr ruhiger Beifahrer. Kommentare oder Vorschläge sind rar. Julia wünscht sich mehr Unterstützung, denn sie nimmt das Fahren sehr ernst. Jede Art von Kritik oder Rückschläge nimmt sie sich sehr zu Herzen. Tränen und Überlegungen zum Abbruch der Ausbildungen ziehen sich durch die Übungsfahrten.
Auch Gabriel fährt mit seinem Vater. Dieser hat schon stärkere Nerven, dennoch kommt es zu Gefahrensituationen wo beide die Nerven wegschmeißen.