Alpendämonen

In der dunkelsten Zeit des Jahres ziehen Scharen von Perchten mit langen Hörnern, höllischen Masken und rasselnden Ketten und Glocken durch Österreichs Straßen.
Krampus- und Perchtenläufe, seit langem eine Tourismusattraktion des Alpenraums, erfreuen sich heute zunehmender Beliebtheit.

Die Perchten haben ihren Auftritt ursprünglich in den Raunächten rund um Neujahr, um die dunklen Dämonen des Winters auszutreiben und die guten, fruchtbringenden Geister des Frühlings zu erwecken. Es ist die Zeit der „Wilden Jagd“, bei der die alte germanische Göttin Perchta – die Namensgeberin der Perchten – mit einem Heer übernatürlicher Wesen durch die Lüfte ziehen soll.

Doch was ist der Grund dafür? Was ist das Faszinierende an dem Bösen und Wilden?
Im Salzkammergut, führt eine 70köpfige Truppe seit Jahrzehnten das „Tauplitzer Nikolospiel“ in uralten Kostümen auf. ATV Die Reportage zeigt die langwierigen Vorbereitungen auf dieses Brauchtums-Spektakel und gibt Einblick hinter den Kulissen eines einzigartigen Volksschauspiels.

In Oberösterreich hat Klaus Anderwald 2002 die Linzer Perchten ins Leben gerufen. Mittlerweile hat der Verein 60 Mitglieder in jeder Altersklasse. ATV Die Reportage zeigt warum gerade in Zeiten wie diesen immer mehr jüngere Menschen alte Brauchtümer pflegen wollen und alte Traditionen wachsenden Zulauf bekommen.

Ein Perchtenlauf der urigsten Sorte gibt es in Osttirol. Dort gibt es die Tradition des sogenannten „Tischziachn“. Dabei versuchen freiwillige, junge Männer einen Tisch vor tausenden Schaulustigen gegen wilde Perchten zu verteidigen. Allerdings endet das oftmals in brutalen Schlägereien. Diese umstrittene Tradition wurde schon vielerorts verboten. ATV – Die Reportage zeigt exklusives Material dieser Veranstaltung. Brauchtumsforscher Universitätsprofessor Dr. Roland Girtler war vor einigen Jahren selbst vor Ort und erzählt uns seine Erlebnisse.